Bewertung: 6.2/10
Den Sigillus Primus hat mir “vinologe” empfohlen, der es letztlich auch zu verantworten hat, dass ich eine komplette Rossmann Testrunde drehe. Vielen Dank nochmals dafür. Heute Abend habe ich also die ersten drei Rotweine von Rossmann verkostet. Um es gleich vorweg zu nehmen, ich fand alle drei recht gut, insbesondere wenn man die Preisklasse berücksichtigt. Da es mir vorliegend jedoch nicht primär darum geht einen möglichst preisgünstigen Wein (unter EUR 10) zu finden, lasse ich den Preis bei meiner Bewertung außen vor.
Der Sigillus Primus hat eigentlich vieles was ich von einem guten Wein erwarte. Er hat ein interessantes Bouquet, dass sich letztlich auch in vielen Teilen geschmacklich widerspiegelt. Er schmeckt fruchtig-beerig, hat eine angenehm dezente Holznote, die dem Wein etwas mehr komplexität vermittelt. Er ist trocken und der Alkohol ist sehr angenehm eingebunden. Die Tannine könnten für meinen Geschmack etwas stärker ausgeprägt sein, worin aber sicherlich nicht mein Hauptkritikpunkt an diesem Wein liegt. Die lediglich 6.2 Punkte hat der Wein von mir trotz seiner zweifelsohne guten Ansätze erhalten, weil er mir schlicht zu sauer ist. Die Säure drängt die anderen Aromen viel zu stark in den Hintergrund, was ich für sehr schade halte. Sicherlich könnte man der Säure entgegensteuern, indem man kräftigen Käse zu diesem Wein trinkt. Das habe ich nicht ausprobiert, werde es auch voraussichtlich nicht tun. Immerhin bin ich ja primär auf der Suche nach guten Weinen und nicht nach Essen, um sonstigen Weinen zu einem guten Geschmack zu verhelfen.

Cielo 2008
Bewertung: 6.0/10
Um es kurz zu machen: unkompliziert, süffig, rund und oberflächlich, so wie man es (leider) von vielen Merlot kennt. Der Cielo ist sicherlich ein guter Wein, ohne wirkliche Ecken und Kanten, über den man kaum einmal das Urteil “schmeckt mir nicht” lesen wird. Positiv überrascht hat mich, dass man bereits in dieser Preisklasse (<EUR 3) einen Wein finden kann, dessen Aromen vom Alkoholgeschmack nicht völlig überwältigt werden.
Letztlich fehlt es dem Wein aber an einem Charakter. Mir ist er viel zu leicht. Weder vorne auf der Zunge noch beim Abgang schmecke ich Aromen.
Bewertung: 5.5/10
Zum Kanooga will ich nicht viel schreiben. Es fehlt ihm ebenso wie dem Merlot an Ecken und Kanten. Man kann den Kanooga sicherlich mit gutem Gewissen kaufen. Kaum jemand wird sich ernsthaft am Geschmack stören, dazu ist er viel zu süffig.
Im Vergleich zum Merlot verfügt der Kanooga über kräftigere Aromen. Deren Zusammenspiel hat mich jedoch nicht überzeugt. Es fehlt an Nachhaltigkeit und Tiefe. Die fruchtigen Aromen des Merlot haben mir zudem etwas mehr zugesagt. Daher das etwas schlechtere Ergebnis.

